Benimmregeln für Katzen

Badezimmer:

Begleite Gäste stets ins Bad. Es ist nicht notwendig, irgendetwas zu

tun. Setz dich nur hin und starre sie an.

Mobiliar:

Wenn Du erbrechen mußt, spring schnell auf einen Stuhl. Falls Du das

in der Eile nicht mehr schaffst, stell Dich auf den teuren

Orientteppich. Gibt es keinen Orientteppich, ist eine zottelige

Brechunterlage auch akzeptabel. Erbrichst Du dich dann auf dem

Teppich, mach es mit Anlauf und am besten gleich zweimal, damit der

Fleck so lang wie ein menschlicher Fuß ist.

Assistenz:

Ist einer Deiner Menschen mit irgendeiner Sache beschäftigt und der

andere liegt nur faul herum, bleib bei dem Beschäftigten. So was nennt

man "helfen", bei den Menschen allgemein als "behindern" bekannt.

Nachfolgend alle Regeln fürs richtige "helfen":

1. Wenn Du das Kochen überwachst, setz Dich direkt hinter die linke

Hacke des Kochs. Du wirst nicht gesehen und daher stehen die Chancen

besser, getreten und dann hochgehoben und gestreichelt zu werden.

2. Liest Dein Mensch, leg dich direkt unter sein Kinn, genau zwischen

Augen und Buch, sofern Du nicht genau auf dem Buch liegen kannst.

3. Hat Dein Mensch Papierkram zu erledigen, leg Dich mitten drauf,

aber so, das Du möglichst viel davon unter Dir hast. Tu so, als ob Du

döst, aber streck so oft wie du nur kannst die Pfoten aus und hau auf

den Stift.

4. Schreibt Dein Mensch Weihnachtskarten oder füllt die

Steuerformulare aus, so denke daran: helfen ist das Ziel! Setz Dich

auf das Stück Papier, an dem gerade gearbeitet wird. Wirst Du

umplatziert, schau mit einem traurigen Blick herüber. Schreitet die

Arbeit gut voran, roll Dich auf den Papieren herum und zerknittere sie

so gut Du kannst. wirst Du das zweite mal auf einen anderen Platz

verfrachtet, wirf einen Stift nach den anderen vom Tisch - aber

langsam!

5. Liest Dein Mensch in einer hochgehaltenen Zeitung, spring vor die

Zeitung. Menschen springen auch gerne!

6. Arbeitet der Mensch am Computer, spring auf den Tisch, lauf über

die Tastatur, fang den Mauszeiger auf dem Monitor und leg dich dann so

über Schoss und Arme, dass das Schreiben hilfreich verzögert wird.

Türen:

Geschlossene Türen sind verboten, egal zu welchem Zimmer. Stell dich

auf die Hinterbeine, um eine Tür zu öffnen, und hämmere mit den

Vorderpfoten auf diese ein. Ist sie dann auf, ist es nicht notwendig,

sie zu benutzen. Hast Du erreicht, dass sich eine Tür ins Freie

öffnet, bleibt einfach halb drinnen und halb draußen stehen und denke

über Verschiedenes nach. Dies ist besonders Wichtig bei sehr kaltem

Wetter, Regen, Schnee oder bei starkem Mückenaufkommen.

Katzenklo:

Wenn Du das Klo benutzt, achte immer darauf, das Du so viel Streu wie

möglich aus der Schale kramst. Menschen fühlen gerne Katzenstreu

zwischen ihren nackten Zehen.

Schlafenszeit:

Schlaf Nachts immer so auf dem Menschen, dass er sich im Schlaf nicht

umdrehen kann.

Verstecken:

Versteck Dich ab und zu mal an Stellen, wo der Mensch Dich nicht

finden kann. Komm auf keinen Fall eher als nach drei Stunden hervor.

Dadurch gerät der Mensch in Panik (Menschen leiben das!) und denkt, Du

bist weg gelaufen. Kommst Du dann heraus, wird der Mensch Dich mit

Liebe überschütten und küssen, und vermutlich bekommst Du auch ein

Leckerchen.

Laufen:

Flitz so oft Du kannst und so nah wie nur möglich direkt vor den Füßen

deines Menschen her, besonders auf Treppen, wenn er etwas im Arm hält,

im Dunkeln und wenn er Morgens gerade aufsteht. Seine

Koordinationsfähigkeit wird dadurch ernorm verbessert.

Noch ein letzter Gedanke:

Wenn möglich, geh so nah wie möglich an den Menschen heran, am besten

Nah ans Gesicht, dreh Dich um und zeig ihm Dein Hinterteil. Menschen

leiben das, also mach es oft! Und vergiss die Gäste nicht!