Chica habe ich, genau wie Mini, am 29.10.2002 aus dem Tierheim Bremerhaven geholt.

An diesem Tag stand mein Entschluß, dieses 4 Monate alte, hübsch aussehende Katzenkind in meiner Familie aufzunehmen, schon fest. Drei Tage zuvor war ich mit einer Freundin dort und hielt Ausschau nach einer Katze. Alter und Aussehen waren für mich eigentlich egal, nur lieb und pflegeleicht sollte sie für mich als Katzen-Anfänger sein.

Die Auskünfte, die die Helfer im Th abgaben, waren nicht sehr aufschlußreich, so daß wir buchstäblich in einen Raum mit lauter Jungkatzen gedrängt wurden. Und in einem der Käfige dort habe ich sie gesehen und mich sofort verliebt. Die nette Dame des THs holte sie aus dem Käfig, nahm sie auf den Arm - sie war an diesem Tag wohl gutgelaunt, hatte keinerlei Scheu und ließ sich knuddeln.

Ich gab mir selbst noch einige Tage Zeit, gründlichst über Vor- und Nachteile einer Katzenanschaffung nachzudenken, schließlich geht man Verpflichtungen ein!

Dann stand mein Entschluß fest - ich nehme die Kleine!

Also fuhr ich mit meiner Bekannten hin und wollte die Katze abholen. Doch im Käfig erwartete mich eine Überraschung; denn die Kleine, die damals auf den Namen "Effi" hörte, benahm sich total gegensätzlich zu der katze, die ich tage zuvor kennengelernt hatte. Was ich erst einige Zeit später erfuhr, war, daß meine Chica eine wildgeborene Katze war, die ohne menschlichen Kontakt aufgewachsen war und erst kurze Zeit im TH war. Ich bin nicht sicher, wie meine Entscheidung ausgefallen wäre, hätte ich das damals gewußt.

Während ich also mit mir rang, diese Katze mitzunehmen, beschäftigte sich meine bekannte mit einem etwa 2 Monate alten quiekenden Etwas im Käfig hinter mir. Und da sie dafür war, Katzen zu zweit zu halten, überredete sie mich nebenbei auch noch zu dieser kleinen Mieze.

Also fingen wir "Effi" ein, n ahmen die andere Kleine auch noch und fuhren erwartungsvoll zu mir.

Ich muß gestehen, daß ich außer mit Aquarienfischen keinerlei Erfahrungswerte mit Haustieren hatte, von denen bei Verwandten mal abgesehen.

Zu Hause dann die Überraschung - Chica flüchtete aus dem Kennel und ward die nächsten Stunden nicht mehr gesehen. Nur durch einen Zufall und gründlichstes Nachsehen entdeckten wir sie dann hinter dem Kühlschrank...

Chica, wie ich sie dann umtaufte, ließ sich die ersten Tage überhaupt nicht und danach auch nur während des Fressens anfassen. Sie hatte und hat Angst vor lauten Stimmen, sich schnell bewegenden Menschen, insbesondere Füßen.

Nach nun mittlerweile über einem Jahr kann ich sagen, daß sie sich doch ganz gut entwickelt hat.

Sie hat zwar immer noch Angst vor allem und jeden und knabbert auch das PVC im Flur an, aber sie schläft auf meiner Bettdecke und läßt sich ab und zu knuddeln.

Ihre Lieblingsbeschäftigung sind Klappermäuse, die sie apportiert.

Chica ist eben ganz das Gegenteil von Eliott, eine echte Charakterkatze!