Eliott, auch Eli, Puschelkater, Eli the Pooh oder einfach Blondie genannt, kam durchs Internet hierher.

Das spanische Tierheim El Moli mußte aufgrund von Geldmangel und Räumungsklage geschlossen werden.

Auf der Homepage www.new-alamo.com wurden deshalb die Hunde und Katzen vorgestellt, die vor der endgültigen Evakuierung im Oktober schon nach Deutschland vermittelt werden sollten; die übrigen wurden im Oktober in deutsche Tierheime und Pflegestellen verteilt.

Ich landete durch Zufall auf eben dieser Webseite und beim Durchblättern der Tierseiten blieb mein Blick an Kater Eliott hängen. Wieder und wieder betrachtete ich sein Bild und fragte mich, ob er wohl zu meinen beiden Damen passen würde.

Die Beschreibung sagte über ihn aus, daß er sehr, sehr pflegeleicht wäre, absolut schmusig und andere Katzen toleriert. Demzufolge ein idealer Kandidat, da meine Chica eine scheue Katze ist, die sich bei jedem lauteren Geräusch verkriecht.

Ich fragte also bei Petra und Uwe nach, ob Eli schon vergeben wäre und was ich sonst tum müßte, um ihn bei mir aufzunehmen.

Petra erklärte, er wäre frei und müßte nur noch getestet und geimpft werden, und dann könnte er nach Deutschland reisen.

Am 3.7.2003 war es soweit, er traf in Düsseldorf ein. Einen Tag später, am 4.7.03, traf ich mich mit Petra bei Bielefeld und übernahm ihn. Vor der Rückfahrt nach Bremerhaven machte ich noch einen kurzen Abstecher zu einem Tierarzt in Bielefeld, denn ich wollte sicher, nicht irgendwelche hüpfenden Gesellen oder ähnliches mitzunehmen. Der Tierarzt schätzte Eliott auf etwa 5 Jahre statt 2-3, aber das war egal, ansonsten war Eli ja in guter Verfassung, dreckig zwar, aber gesund.

Die Rückfahrt nach Bremerhaven verlief ruhig, Eli pennte bis kurz vor meiner Wohnung, dann wurde er wohl wach, weil auch ich immer nervöser wurde.

In der Wohnung angekommen, brachte ich Eli ins Arbeitszimmer, dort sollte er das Wochenende verbringen, wenn es nach mir gegangen wäre. Doch wie immer kam alles ganz anders...

Mini saß im Wohnzimmer oben auf dem Kratzbaum, Chica hatte sich im Schlafzimme versteckt, Eliott miaute eindringlich aus dem Arbeitszimmer, er wolle gerne heraus. Also ließ ich ihn die Wohnung erkunden.

Meine beiden Damen bekamen sich vor lauter Fauchen und Knurren gar nicht wieder ein, sie empfanden es wohl als bodenlose Frechheit, daß dieses Katertier seelenruhig IHRE Wohnung durchstreifte. An Schlaf war in dieser und weiteren Nächten natürlich nicht zu denken, Eliott wurde im Schlafzimmer einquartiert und die beiden Diven nutzten die Nachtstunden, um ihr Revier wieder zurückzuerobern.

Nach guten 2 Monaten war das Eis zwischen Chica und Eli gebrochen. Da Chica eine etwas ängstliche Katze ist, wertete sie sämtliche Annäherungen des Katers als persönlichen Angriff gegen sich und dementsprechend hat sie um sich gehauen. Aber das Fange-Spiel funktioniert, ansonsten ist Eliott ja eher ein ruhiger Vertreter, der sich nicht übermäßig und unnütz bewegt ;-)) .

Zu Mini hat Eliott auch nach einem guten halben Jahr immer noch ein sehr angespanntes Verhältnis. Der Kater jagt sie zwar manchmal, aber sie gibt dabei Laute von sich, die sehr deutlich ihre Mißbilligung zum Ausdruck bringen. Naja, wenigstens fressen sie nebeneinander ohne Trara zu machen.

Alles in allem würde ich die Entscheidung, ein mir unbekanntes Tier in eine gut zusammengewachsene Gemeinschaft zu bringen, immer wieder treffen. In diesem Falle kam natürlich noch der Zeitdruck durch die Schließeung des TH dazu, aber ich muß gestehen, ich habe noch nie eine so ausgeglichene Katze wie Eliott kennengelernt. - absolut freundlich zu jedem, manchmal etwas langsam in seinem ganzen Wesen, aber gerade das macht seinen Charakter aus. Er kann den ganzen tag pennen und zwar in jeder Lage, nicht ängstlich und sehr sozial eingestellt.

Eben ein Traumkater!!