Zu Mini kam ich wie die Jungfrau zum Kinde.

Damals hieß sie "Kea" und befand sich im selben Raum wie Chica, nur daß sie in einem Quarantänekäfig sitzen mußte, denn sie war einen Tag vorher auf einer Autobahntoilette gefunden worden - ausgesetzt!!

An dem Tag, als ich Chica zum ersten mal sah, saß sie also in diesem engen Käfig, ganz alleine und weinte fürchterlich. Sie hangelte mit ihren kleinen Pfoten durch das Gitter und bettelte geradezu um Aufmerksamkeit.

An diesem tag nahm ich sie kaum wahr, denn sie war noch nicht freigegeben und ich wollte keine so kleine Katze, denn ich konnte mir vorstellen, daß Katzen in dem Alter viel zuviel kaputtmachen, und überhaupt wollte ich erstmal nur eine einzelne und später dann eine zweite...

Ein paar Tage später, als ich Chica abholte, saß der kleine Wurm immer noch in diesem Käfig und schrie wie am Spieß. Mittlerweile war sie zur Vermittlung frei, aber ungeimpft. Die Mitarbeiterin des TH meinte nur, sie wäre froh, wenn die Kleine schnell vermittelt würde, da Schnupfenzeit herrschte.

Meine Bekannte beschäftigte sich mit ihr, während ich Chica im anderen Käfig einfing. Und so ganz nebenbei merkte sie an, daß zwei katzen doch besser wären, und wenn sie auch gleichzeitig ein neues Zuhause beziehen würden, wäre das doch noch besser.

Lange Rede, kurzer Sinn - ich nahm den kleinen Schreihals auch noch mit.

Im neuen Zuhause angekommen zeigte ich ihr die Toilette, in der sie dann erst einmal Fangen spielte und dann setzte sie an, die Wohnung zu erkunden, frech wie sie war.

In den ersten Nächten hatte ich Angst, daß ich sie erdrücken könnte im Schlaf, denn so eine Handvoll Katze...

Einige Tage später und pünktlich am Wochenende bekam sie fürchterlichen Durchfall, sie fraß nichts mehr und trank nur sehr wenig, der TA tippte auf eine Unverträglichkeit des Futters (seitdem ist Whiskotz hier vom Speiseplan gestrichen worden ;-) ).

Mini eroberte mein Herz im Sturm, auch wenn man das nicht sagen sollte, aber sie ist von allen dreien hier meine kleine Lieblingsmieze.

Sie schaute sich von Chica viel Unsinn ab, vor allem die Angst vor fremden Leuten und dem Klingelmonster; eine Katze verkriecht sich dann unterm Bett und die andere hopst in den Flurschrank.

Vielleicht liegt es auch an mir, daß Mini etwas verzogen ist, aber ich kann ihr nur schwer etwas übelnehmen oder sie zurechtweisen.

Eliott gegenüber zickt sie leider immer noch rum, dabei hoffte ich damals, daß gerade sie nur wenig Probleme macht, weil Chica ja eher die Kandidatin fürs Angsthaben ist.

Mini - kleine Katze ganz groß!!